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Rathaus geschlossen 

Rathaus geschlossen - und doch gibt's jede Menge Arbeit! 

Der Weihnachtsmann und Uwe Wolfsdorff, neuer Chef der Gevelsberger Feuerwehr, haben mehr Gemeinsamkeiten als sie glauben. Beide stehen – beruflich gesehen – auf Rot. Beide sind Spezialisten für Kamine aller Art und verstecken ihre grau gewordenen Haare nicht. Und beide haben ab dem 23. Dezember Bereitschaftsdienst und damit alles andere als die Garantie dafür, ein ruhiges Fest zu haben.


Vom 23. Dezember bis zum 1. Januar ist das Gevelsberger Rathaus offiziell geschlossen. Alle Städtischen Bediensteten werden sozusagen in die Betriebsferien geschickt. Komplett geht das aber nicht. Nicht nur die Feuerwehr muss natürlich in jeder Sekunde einsatzbereit bleiben. Das Rathaus ist geschlossen, aber sozusagen doch bei der Arbeit. „Das fängt bei unseren Hausmeistern im Rathaus und den Schulen an, die zumindest die Briefkästen leeren sowie Kontrollgänge machen müssen, und hört beim Personal des Schwimm In auf, das praktisch nur am ersten Weihnachtstag geschlossen hat“, erklärt Maike Leipholz vom Büro des Bürgermeisters. Selbst am Heiligen Abend werden zwischen 9.30 und 14 Uhr noch Gutscheine an Christkinder verkauft, die in letzter Minute ein Geschenk suchen.


An Bord bleiben über die Festtage am Ende des Jahres aber auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die sich um die Flüchtlinge kümmern, die in Gevelsberg Schutz, Hilfe und natürlich auch Frieden suchen. Soziale Dienste oder auch das Jugendamt, müssen natürlich auch an den Feiertagen im Notfall erreichbar sein, um zum Beispiel Verstöße gegen Schutzbestimmungen für Minderjährige verhindern oder ahnden zu können. Daneben ist das Ordnungsamt in Bereitschaft. Die Mülltonnen müssen trotz Feiertagen geleert werden, die Technischen Betriebe haben an und zwischen den Feiertagen jede Menge zu tun: Nicht nur nach einer hoffentlich fröhlichen Silvesternacht muss die City wieder wohnlich gemacht, die unansehnlichen Rückstände des Feuerwerks beseitigt werden. Daneben gilt es auch, die Containerstandorte im Blick zu haben. Sekt- und Weinflaschen füllen die Glasbehälter, das Geschenkpapier landet in den Papiersammlern. Da ist es nicht einfach, die Plätze sauber zu halten. Und auch, falls der Traum von der weißen Weihnacht auf den Straßen und Bürgersteigen zum Alptraum werden sollte, müssen die Einsatzkräfte vorbereitet sein.
Leider gibt es nicht nur freudige, sondern durchaus auch traurige Nachrichten an den Festtagen. Das Standesamt ist deshalb am Freitag, dem 27. Dezember, von 9 bis 13 Uhr, besetzt. Die Friedhofsverwaltung an der Berchemallee ist am 23., 27. und am 30. Dezember, jeweils von 9 bis 11 Uhr erreichbar.


Und dann ist da noch Bürgermeister Claus Jacobi, der in Bereitschaft ist, wenn es um grundsätzliche Entscheidungen im Notfall geht. Eine genauso schöne wie traditionsreiche Aufgabe für ihn ist der Besuch an Seite von Kämmerer Andreas Saßenscheidt auf der Feuerwache, um sich bei den Frauen und Männern zu bedanken, die auch am Heiligen Abend und den Feiertagen im Einsatz sind.
Und da treffen wir wieder Uwe Wolfsdorff. „Sechs Beamte im Brandschutz und zwei im Rettungsdienst sind an den Feiertagen in der Wache“, erklärt der Chef der Gevelsberger Feuerwehr. Ein ganz normaler Arbeitstag also, ein Arbeitstag mit 24 Stunden für jedes Mitglied der Schicht: „Aber, sie können ihre Familien am Heiligen Abend auf eine Tasse Kaffee auf die Wache einladen.“ Wolfsdorff selbst kann trotz Bereitschaftsdienst in diesem Jahr mit seiner Familie zu Hause feiern. Das zu organisieren, ist doppelt schwer: „Meine Frau ist Altenpflegerin und natürlich auch über die Festtage in Dienstpläne eingebunden.“ Nun hofft er, wie alle Gevelsbergerinnen und Gevelsberger, auf ein ruhiges Fest. Denn sonst können auch mitten in der Bescherung die Worte fallen, die keiner während einer Feier hören möchte: „Ich bin dann mal weg.“
Wenn für Wolfsdorff am 23. Dezember der Bereitschaftsdienst beginnt, dann gibt es für den Feuerwehrmann eher einen Grund zu feiern: Seinen Geburtstag - er wird 61 Jahre alt. Wie alt der Weihnachtsmann wird, konnten wir leider nicht herausfinden. Er muss bei einem anderen Standesamt gemeldet worden sein …