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Das Christkind im Rathaus hat ein großes Herz für alte Menschen

Das Christkind im Rathaus hat ein großes Herz für alte Menschen

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung erfüllen auch in diesem Jahr wieder die kleinen Weihnachtswünsche zahlreicher Seniorinnen und Senioren. Organisiert wird die rührende Aktion von Daniela Alze, der Seniorenbeauftragten der Stadt. Sie agiert als „Christkind im Rathaus“ und sammelt die Wunschzettel. Zum dritten Mal erfüllt sie die kleinen Wünsche der hilfebedürftigen Senioren, die in Einrichtungen verschiedener Träger in der Stadt versorgt und betreut werden. Das Gevelsberger Christkind ist eben nicht nur für Kinder da.

Besuch vom Ordnungsamt. Die Kollegen freuen sich darüber, Weihnachtmann spielen zu können.
Besuch vom Ordnungsamt. Die Kollegen freuen sich darüber, Weihnachtmann spielen zu können.

Nicht jeder Wunsch ist dabei auf den ersten Blick eindeutig formuliert. Die Rathaus-Belegschaft muss daher manchmal detektivische Arbeit leisten. Selbst für das Ordnungsamt, das sonst für klare Verhältnisse sorgt, gab es ein Rätsel. Auf einem Zettel stand „Eierlikör Pott“. Der Wunscherfüller musste sich fragen: Ist damit ein Pott Eierlikör (die Menge) gemeint oder ein Eierlikör von Pott (die Marke)? Auch beim Wunsch nach einem „Weihnachtsstern groß“ herrschte Unklarheit. Spekulierten die Kollegen noch, ob hier Fensterschmuck gemeint sei, löste das Christkind das Dilemma: „Ich glaube, da ist eher die Pflanze in einem Topf gemeint.“

278 Wunschzettel sind in diesem Jahr auf dem Schreibtisch von Daniela Alze gelandet. Jetzt füllen fast genau so viele Päckchen und Tüten ihr Büro. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung waren fleißig! Aus einer Tüte blickt ein kuscheliger Teddybär auf das bunte Treiben. Eine Orchidee streckt ihre bunten Blüten aus einer Verpackung heraus. Karl-Heinz, 93 Jahre alt, wünscht sich „Maoam-Kracher“. Einen ganz anderen Geschmack hat ein gleichaltriger Senior. Ihn macht eine „westfälische Leberwurst“ glücklich.

Die Wünsche werden von den Mitarbeitern der unterschiedlichen Wohngemeinschaften und Pflege-Einrichtungen gesammelt und an Daniela Alze weitergeleitet. Die Wunschzettel sind vorgedruckt. Auf ihnen steht der Name der Einrichtung. Gefragt wird nach dem Vornamen, dem Alter und dem Wunsch. „Ein Schalke-Glas“, liest der Mann vom Ordnungsamt vor und gibt den Zettel sofort an seinen Kollegen weiter: „Eher was für dich“. Eigentlich sollte der Weihnachtsmann ja neutral sein – auch beim Fußball.

Einige Mitarbeiter des Rathauses, haben schon eine Verbindung zu dem Menschen aufgebaut, den sie beschenken, ohne ihn zu kennen: „Da war zum Beispiel der Mann, der sich immer den Roman eines bestimmten britischen Schriftstellers wünschte.“ Dieses Jahr fehle der Wunsch, fügt Daniela Alze mit leiser Stimme hinzu. Das Schicksal von Menschen geht ihr nahe. Das ist neben ihrer Fachkenntnis die Eigenschaft, für die die Seniorenbeauftragte in Gevelsberg bewundert wird.

Mitte Dezember werden die Geschenke dann an die Einrichtungen verteilt: Im Haus Silschede, in den Wohngemeinschaften Berge sowie Gartenstraße, in der Oase, bei der Tagespflege Dreizett, Wolf sowie Dorea, im Dorf am Hagebölling und im Hans-Grünewald-Haus.

Die Hilfsbereitschaft im Gevelsberger Rathaus ist groß. „Jeder wird sein Geschenk bekommen“, versichert Daniela Alze. Und wenn sie für einen Wunsch keinen Paten findet, dann wird das Christkind sich vor Weihnachten selbst auf den Weg machen und die letzten Geschenke aus eigener Tasche bezahlen. So, wie sie es immer gemacht hat. Die Wunschaktion ist keine Initiative der Stadt, sondern eine private Aktion der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rathauses unter der Federführung von Daniela Alze. Aber natürlich ist die Verwaltungsleitung stolz, dass Daniela Alze und alle Kolleginnen und Kollegen als Team den Geist der Weihnacht nachhaltig leben.