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Soziales Jahr im Jugendzentrum: »Ihr werdet Spaß haben«

Soziales Jahr im Jugendzentrum: „Ihr werdet Spaß haben“

„Kommt alle ins Jugendzentrum. Ihr werdet Spaß haben“, lacht Daria Grochala. Die 19-Jährige hat ihr „Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)“ im „Libber“ an der Schulstraße fast abgeschlossen. Die zwölf Monate sind für sie schnell vorbeigegangen. Und jetzt sucht die Wuppertalerin sozusagen ihre Nachfolgerinnen und Nachfolger. „Zwei FSJlerinnen, FSJler würden wir gerne wieder ab August oder September aufnehmen“, sagt Adriana Ruiu. Sie ist die Leiterin im Team des Gevelsberger Jugendzentrums.

Wenn Daria Grochala erzählt, wie sie nach Gevelsberg gekommen ist, dann ist das schon die beeindruckende Geschichte einer jungen Frau, die Zweifel hatte, aber auch wusste, was sie dagegen tun konnte. „Nach dem Fach-Abitur hatte ich noch keine genaue Orientierung, wie es mit mir weitergehen sollte. Wollte ich studieren? Wollte ich eine Ausbildung machen?“ Das Praktikum in einem Kindergarten hatte ihr gezeigt, dass dies nicht ihr zukünftiger Arbeitsbereich werden sollte. „Ich war etwas schüchtern, hatte Probleme zu telefonieren oder auf andere Menschen zuzugehen.“ Sie hat sich dann dazu entschlossen, ein „Freiwilliges Soziales Jahr“ in ihr Leben einzuschieben. Eine Entscheidung, die die junge Frau nie bereut hat.

Die 19-Jährige hat sich beim „Internationalen Bund Wuppertal“ beworben. Das ist eine Organisation, die unter anderem FSJlerinnen und FSJler vermittelt und betreut. Es ist kein Zufall, dass Daria Grochala nach Gevelsberg gekommen ist: „Ich wollte raus aus meiner Komfortzone“, sagt sie. Raus aus der Heimatstadt, Neues erleben, auf sich gestellt sein.

Und alles das hat sie an der Ennepe gefunden. Sie hat mit den Jugendlichen Halloween-Partys gefeiert, mit ihnen Ausflüge unternommen oder saß mit den Mädchen und Jungen im Offenen Café zusammen. Daria Grochala begleitete Sport-, Foto- oder Kunst-Projekte. Die 19-Jährige war aber auch bei der Schulsozialarbeit hautnah dabei und hat im Rahmen der Aufsuchenden Jugendarbeit junge Menschen getroffen, die noch nicht wussten, was sie mit ihrem Leben anfangen sollten.

„Das alles ist eine unglaubliche Vielfalt an Aufgaben und Herausforderungen, mit denen man im Gevelsberger Jugendzentrum konfrontiert wird“, sagt die FSJlerin. Sie hat gelernt zu spüren, was Kindern im Augenblick Spaß macht. Daria Grochala hat aber auch gelernt, „alles was passiert, hier zu lassen.“ Was sie damit meint: Sie nimmt die Probleme, mit denen sie am Arbeitsplatz konfrontiert wird, nicht mit nach Hause.

Wer ein Freiwilliges Soziales Jahr im „Libber“ machen möchte, der sollte ein ganzes Jahr einplanen. „Wer nur sechs Monate bleiben will, der hat zu wenig davon. Hier müssen Beziehungen zwischen Menschen aufgebaut werden“, sagt Leiterin Adriana Ruiu. Und auch die Arbeitszeit ist ungewöhnlich: „Viermal in der Woche geht der Dienst von 11 bis 19.30 Uhr. Darauf müssen sich Bewerberinnen und Bewerber einstellen.“

Dafür gibt es eine kleine Vergütung im Monat. „Für mich reichte das voll und ganz“, sagt Daria Grochala, „es war das erste Geld, das ich selbst im Leben verdiente. Und ich habe nebenbei auch gelernt, mit dem eigenen Geld umzugehen. Natürlich haben FSJlerinnen und FSJler auch einen Anspruch auf Urlaub – und die Chance, ein Ziel in ihrem beruflichen Leben zu finden. „Mir haben sie alle in den vergangenen Monaten gesagt, dass ich die idealen Voraussetzungen für eine Sozialarbeiterin mitbringe. Ich schätze das inzwischen auch so ein. Und deshalb werde ich nach der Zeit in Gevelsberg ein duales Studium beginnen“, sagt die Wuppertalerin.

Wer Interesse an einem „Freiwilligen Sozialen Jahr“ beim städtischen Gevelsberger Jugendzentrum „Libber“ hat, kann sich direkt an die Leiterin wenden.