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158 Schausteller und ein Riesenrad auf der Gevelsberger Kirmes

158 Schausteller und ein Riesenrad auf der Gevelsberger Kirmes

Um die Frage aller Fragen der Gevelsberger zuerst zu beantworten: „Ja, es wird wieder ein Riesenrad auf der Kirmes geben“, sagt Uwe Jesinghaus. Er ist der Marktmeister der Stadt und damit auch für das bedeutendste Volksfest der Region zuständig. Für Jesinghaus ist es die letzte Kirmes, die er organisiert, bevor er in den verdienten Ruhestand geht. Sein Chef, André Waletzko, feiert dagegen als frischgebackener Abteilungsleiter für Ordnungsangelegenheiten in diesem Jahr seine berufliche Kirmes-Premiere.

Mehr als 800 Schausteller haben sich für einen Standplatz auf der „schrägsten Kirmes Europas“ beworben. „158 Geschäften konnten wir eine Zusage geben“, zählt Jesinghaus zusammen. Die Gevelsberger werden eine Kirmes feiern, wie sie auch vor Corona war. Wegen Neubauten an der Mittel- und Elberfelder Straße fallen ein paar Meter Stellfläche weg. „Einige alte Bekannte sind in den Ruhestand gegangen, andere haben wegen der Pandemie aufgegeben“, erzählt der Marktmeister. Alle seien gleichwertig ersetzt worden: „Es wird sechs bis sieben Veränderungen geben.“

Wie das Riesenrad. Das Fahrgeschäft, das sonst den überwältigenden Blick über die Stadt bot, dreht sich in diesem Sommer für Touristen auf der Insel Rügen. „Immer mehr Riesenräder stehen inzwischen fest in den Bädern an Nord- und Ostseeküste“, erklärt Jesinghaus. Ersatz hat er bei dem Veranstalter des Cranger Weihnachtszaubers gefunden. Der hat Anfang des Jahres ein nagelneues Riesenrad gekauft. Mit dem modernen Fahrgeschäft kommt er nun nach Gevelsberg. Der eingefleischte Kirmesfan Uwe Jesinghaus erzählt das nicht ohne Stolz – und der ist berechtigt.

Zwei Jahre hat die Pandemie das Fest, um das sich alles in Gevelsberg dreht, unmöglich gemacht. Es war eine schwere Entscheidung für alle Verantwortlichen. „Unsere Zwillinge sind sechs Jahre alt. Die wissen gar nicht, was Kirmes bedeutet“, schmunzelt der neue Abteilungsleiter und dreifache Vater André Waletzko. Er selbst ist an der Mittelstraße, am Eingang zur Kirmes, aufgewachsen: „Ich bin Jahrgang 1986. Ein Jahr früher hatte Uwe Jesinghaus zum ersten Mal die Verantwortung für die Gevelsberger Kirmes übernommen“. Seitdem ist er das Gesicht für die Organisation des Volksfestes.

Waletzko musste in seinem ersten Jahr in Verantwortung nicht eben leichte Entscheidungen treffen. Er musste zum Beispiel einen neuen Platz zum Abschuss des Feuerwerks finden: „Der alte Platz ist eine Privatfläche. Dem Besitzer – und das ist durchaus verständlich – ist der ganze Aufwand zu viel geworden. Der Feuerwerker schießt die Raketen nun vom Bolzplatz auf der Hindenburghöhe ab. Wir haben eine Probe gemacht. Es wird genauso gut zu sehen sein.“

Für die Abteilung „Allgemeine Ordnungsangelegenheiten“ ist die Kirmes die überstundenreichste Zeit des Jahres. Zusammen mit dem Jugendamt, der Feuerwehr und den Technischen Betrieben ist es für die Sicherheit von Hunderttausenden von Besuchern verantwortlich. Die Mitarbeiter werden mit Ordnungskräften ständig die Elberfelder Straße hoch und runter patrouillieren. Sie werden unter anderem auf Leute achten, die Ärger machen und Engpässe entschärfen, damit es nicht zu einer Panik kommen kann. Zu den Aufgaben gehören auch „Kleinigkeiten“, an die der Laie nicht denkt, wie die Ampeln wegzudrehen, damit sie den Festwagen beim Kirmeszug nicht im Wege sind.

Wann bleibt André Waletzko dann noch Zeit mit seiner Familie über die Kirmes zu gehen? „Wir haben uns den Samstag vorgenommen. Nachmittags mit den Kindern, abends mit meiner Frau. Aber, wenn das Handy klingelt, dann bin ich wieder im Dienst.“

Und was war für seinen Kollegen Uwe Jesinghaus in den langen Jahren als Kirmesmeister der schönste Augenblick? „Jedes Jahr das Anblasen. Dann weiß ich, dass alle Schausteller ihren Platz bekommen haben, jeder mit Strom und Wasser versorgt ist.“ „Der Einsatz von Uwe Jesinghaus ist auch ein Grund dafür, dass sich neben den Besuchern auch die Schausteller auf die Gevelsberger Kirmes freuen“, meint Bürgermeister Claus Jacobi.

„Leiwe Lü – Vie sitt noch doa!“
Fahrplan der Gevelsberger Kirmes:

Freitag, 24. Juni 2022:
19.30 Uhr: Anblasen der Kirmes

Sonntag, 26. Juni 2022:
10.30 Uhr: Musikfestival
14.00 Uhr: Kirmeszug durch die Innenstadt

Montag, 27. Juni 2022:
14.00 bis 17.00 Uhr: Familienkirmes mit ermäßigten Preisen an allen Fahrgeschäften

Dienstag, 28. Juni 2022:
14.00 bis 17.00 Uhr: Familienkirmes mit ermäßigten Preisen an allen Fahrgeschäften
23.00 Uhr: Großes Höhenfeuerwerk

An allen Tagen ab 14.00 Uhr Kirmestrubel. Weitere Informationen unter www.schraegekirmes.de