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Gevelsberg gewinnt 1. Preis der Stiftung »Lebendige Stadt«

Projekt „Farbe bekennen“ am Rupprechtgebäude mit 15.000 Euro ausgezeichnet

Die Hamburger Stiftung „Lebendige Stadt“ hat am gestrigen Dienstagabend in der Online-Preisverleihung die Stadt Gevelsberg für das Projekt „Farbe bekennen“ am Rupprechtgebäude mit dem 1. Preis aufgezeichnet. Unter 256 Bewerbern aus Deutschland und dem angrenzenden Ausland waren mit Witten und Lünen – neben Lichtenstein (Sachsen) – noch zwei weitere Städte aus der Region von der Jury unter die Top 4 nominiert worden.

Erst während der vom Vorstandsvorsitzenden der Stiftung, Dr. Andreas Mattner, moderierten Preisverleihung erfuhren Bürgermeister Claus Jacobi und Projektleiter Marco Marcegaglia, die live zugeschaltet waren, das Ergebnis der Jury, die schließlich Gevelsberg als Gewinner für den Stiftungspreis unter dem Motto „Kunst kann überall“ ausgewählt hatte.

„Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung für dieses Leuchtturmprojekt in unserer Stadt. Es wird noch einige Jahre dauern, bis das Haus in seiner neuen Gestalt fertig sein wird. Uns ist aber sehr wichtig, von Beginn an unsere Bürgerinnen und Bürger aller Generationen aktiv an dem Prozess partizipieren zu lassen und ihre Ideen und Wünsche in die Überlegungen mit einfließen zu lassen“, so Bürgermeister Claus
Jacobi.

Man müsse auch den politischen Mut haben, eine Immobilie in einer solchen zentralen Innenstadtlage als Stadt mit neuem Leben füllen und zu einem soziokulturellen Ort der Begegnung umgestalten zu wollen, beantwortete Jacobi die Frage des Moderators, was andere Städte von Gevelsberg im Kampf gegen leerstehende Einzelhandelsflächen und brach liegende Großimmobilien lernen können.

Die Laudatio für Gevelsberg hielt NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper (CDU), der insbesondere hervorhob, dass sehr frühzeitig und „vorausschauend die Bürgerinnen und Bürger bereits während der Umbauphase das Haus kulturell erleben können, wodurch bei ihnen sehr früh eine Identifikation mit „ihrem“ neuen Kulturhaus“ entstehe. Zudem erwähnenswert und nicht zu vergessen sei die bewegte
Vergangenheit des Kaufhauses. Es gehörte einst dem jüdischen Ehepaar Rosenthal, das 1938 durch die Nationalsozialisten zwangsenteignet wurde. In Gedenken an diese schlimmen Geschehnisse wird überlegt, dem neuen Kulturhaus den Namen „Rosenthal-Haus“ zu geben. „Diese Mahnung finde ich sehr wichtig und sie schließt den Kreis zu dem heutigen 9. November, dem Gedenktag gerade auch der
Reichspogromnacht 1938“, betonte Lutz Lienenkämper.

Auch Künstler Christian Awe hat im Vorfeld die Nominierung und die Preisverleihung verfolgt: „Ich freue mich riesig über diese tolle Auszeichnung für mein Wandbild „Farbe bekennen – Dialog leben“ am Rupprechthaus. Seit jeher ziele ich mit meinen Arbeiten darauf ab, Kunst im öffentlichen Raum zu integrieren, sie den Menschen zugänglich zu machen und den Dialog zu fördern. Gerade heute sind positive und lebensbejahende Impulse wichtiger denn je. Die Würdigung durch die Stiftung „Lebendige Stadt“ bedeutet mir viel, denn sie zeigt, dass dieses Kunstwerk in Gevelsberg genau dieser überaus wichtige Impuls ist, den ich in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Gevelsberg auslösen wollte.“

Preiswürdig waren Initiativen von Städten, die öffentliche, bislang zu wenig beachtete und genutzte Räume für Kunst und Kultur erschlossen, so dass die Kulturschaffenden während des Corona-Lockdowns ihrer Arbeit nachgehen konnten und damit kulturinteressierte Menschen erfreuten. Entscheidend war auch, wie diese Vermittlung öffentlicher Räume von der Stadt gemanagt und im Idealfall verstetigt wurde.

Die Stiftung „Lebendige Stadt“ wurde im Jahre 2000 von Alexander Otto gegründet, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung des ECE Projektmanagements, das gewerbliche Großimmobilien, insbesondere innerstädtische Einkaufszentren, entwickelt, errichtet, vermietet und betreibt. Seit ihrem Bestehen, hat die Stiftung eine Vielzahl von Projekten mit „Best-Practice-Gedanken“ initiiert und gefördert, die für andere Kommunen Vorbild sein können.

Die Aufzeichnung der Preisverleihung wird kurzfristig auf https://lebendige-stadt.de veröffentlicht.

Impressionen sowie die Videoaufzeichnung der Veranstaltung finden Sie hier.