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25 Jahre Partnerschaft mit Sprottau: Sichtbare Zeichen der Freundschaft

25 Jahre Partnerschaft mit Sprottau: Sichtbare Zeichen der Freundschaft

„Nur zu gerne hätte ich unsere Freundinnen und Freunde aus Szprotawa in Gevelsberg zu einem großen Fest anlässlich des 25-jährigen Partnerschafts-Jubiläums begrüßt. Doch leider hat die COVID-19-Pandemie die Feierlichkeiten in einem dem Anlass gebührenden, großen und würdigen Rahmen bisher verhindert“.

Bürgermeister Claus Jacobi hätte sich alles anders gewünscht. Aber auf keinen Fall soll das historische Ereignis in diesem Jahr nicht sang- und klanglos an den beiden Städten vorbei gehen: „Mir war es dennoch ein großes Anliegen, noch in diesem Jubiläumsjahr mit einer kleinen Delegation um meinen Sprottauer Amtskollegen, Miroslaw Gasik, das Jubiläum – wenn auch in einem begrenzten Rahmen – zu feiern und freue mich daher sehr über den Besuch aus unserer Partnerstadt.“

Die Partnerschaft zwischen Sprottau und Gevelsberg ist äußerst lebendig. „Einen Tag nach der Flutkatastrophe klingelte das Telefon. Am anderen Ende waren unsere Freunde aus Polen und hatten nur eine Frage: Wie können wir helfen?“, erinnert sich Marco Marcegaglia. Er ist im Rathaus zuständig für die Pflege der Städtepartnerschaften nicht nur mit Sprottau, sondern auch mit Vendôme in Frankreich und Butera in Italien. Nun bereitet Marcegaglia den Besuch der kleinen Delegation aus Polen Ende Oktober vor.

Der wird auch nach außen für die Menschen sichtbare Spuren hinterlassen. Beim Bau des neuen Ärztehauses an der Mittelstraße musste das Schild für den „Sprottauer Platz“ entfernt werden. „Wir haben ein neues anfertigen lassen, das anlässlich des Besuches dann enthüllt wird“, so Marcegaglia. Genauso sind inzwischen an den acht Hauptverkehrsadern, die nach Gevelsberg hineinführen, Hinweisschilder auf die drei Städtepartnerschaften aufgestellt worden.

Zum Programm gehört aber auch ein Besuch an jenen Orten in Gevelsberg, die am stärksten von der Regenkatastrophe betroffen wurden. „Die Polen haben mit den bei uns betroffenen Menschen gelitten, das haben uns die Reaktionen gezeigt“, so Marcegaglia. Die beiden Städte vereint aber auch eine sehr positive Entwicklung: „Es werden in Polen und bei uns hohe Millionen-Beträge in die Zukunft der Region investiert. Bauen ist deshalb beiderseits ein Thema“, erklärt der Beauftragte für die Städtepartnerschaften. Deshalb sollen den Gästen die großen Projekte wie die Feuerwache, das Freibad im Stefansbachtal, der Vendômer Platz und das Rupprecht-Haus vorgestellt werden.

Ein strammes Programm für ein kurzes Wochenende, doch darf ein Gesprächsthema nicht fehlen: Die Vertiefung der Partnerschaft zwischen den beiden Städten. „Wir sollten dafür offen sein, die Party zum Jubiläum im nachzuholen. Es wäre schön, wenn wir dann so feiern könnten wie 2018 beim 45-Jährigen mit Vendôme am Ennepebogen und ein Jahr später beim 15-Jährigen mit Butera mit einem Fest in der Halle-West, an das sich noch viele Menschen gerne erinnern“, hofft Marcegaglia.

Einen würdigen Rahmen wäre auch den Müttern und Vätern der Städtepartnerschaft zu wünschen. Zum Beispiel dem Ehepaar Ingrid und Manfred Bruzek, das mehr getan hat, als seit Jahrzehnten ihre selbstgemachte Marmelade zu Gunsten des Kinderheimes in Sprottau zu verkaufen. Die beiden leben die Städtepartnerschaft. Da ist auch Alt-Bürgermeister Dr. Klaus Solmecke, für den die Partnerschaft, die am 17. Mai 1996 unterzeichnet wurde, eine besondere europäische Dimension hat. Sozusagen „Pate der Patenschaft“ ist Klaus Hänsch, der damalige Präsident des Europaparlaments. Hänsch wurde in Sprottau geboren. Altbürgermeister Dr. Klaus Solmecke sagt dazu über Klaus Hänsch: „Ihm lag nichts mehr am Herzen, als die Menschen in Ost und West näher zueinander zu bringen. Und Gevelsberg war gerne bereit, dafür ein Beispiel zu geben.“