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Rathaus-Blog: Claus Jacobi "2021 ist das Jahr der Fertigstellungen"

Claus Jacobi: "2021 ist das Jahr der Fertigstellungen" 

Es war ein Jahr der großen Herausforderungen, das zu Ende gegangen ist. Es war ein Jahr der Corona-Pandemie, in der Gevelsberg als Stadt aber trotzdem einen großen Schritt in Richtung Zukunft gegangen ist. Die Wiedereröffnung von Kaufland und die Enthüllung des gigantischen Gemäldes des Künstlers Christian Awe an der Fassade des ehemaligen Rupprecht-Kaufhauses im Mittelpunkt der Stadt waren zwei unübersehbare Zeichen dafür. Wie geht es 2021 weiter. Der Gevelsberger Journalist Klaus Bröking sprach darüber mit Bürgermeister Claus Jacobi.

Wenn Sie zu Beginn des Jahres schon eine Überschrift für 2021 finden müssten, welche würden Sie wählen?
Claus Jacobi: Da muss ich gar nicht lange überlegen. Ich würde den Titel „Jahr der Fertigstellungen“ vergeben. Im Frühjahr wird die Feuerwehr eine neue Heimat haben, im Sommer eröffnet das neue Freibad.


Beides sind Projekte, die lange in der Planung waren, bevor sie in Angriff genommen werden konnten.
Ja, das ist richtig. Nehmen wir einmal die Feuerwache. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1936. Die viele Jahrzehnte alte Wache war auf einen reinen Männerbetrieb ausgelegt. Damals waren Frauen bei der Feuerwehr undenkbar. Heute gibt es auch ganz andere Anforderungen an den logistischen Ablauf und den Umgang mit konterminiertem Material. Der Neubau hat lange auf sich warten lassen, weil wir nach einem idealen Standort als neue Heimat für unsere Feuerwehr gesucht haben. Als wir schon bereit waren, an anderer Stelle Kompromisse einzugehen, ergab sich die Chance, die ideale Wache auf dem Gelände am alten Haufer Bahnhof zu konzipieren und die Stadt hat zugegriffen.


Also endlich gute Arbeitsplätze für die Frauen und Männer, die bereit sind, ihr Leben für andere einzusetzen. Es gibt sogar einen Übungsturm, habe ich mir sagen lassen.
Genau. Viele glauben, der Turm, der das Gebäude prägt, sei dazu da, die Schläuche zum Trocknen aufzuhängen. Aber, das wird schon lange nicht mehr so gemacht. Der Turm ist dazu da, das Abseilen oder den Aufstieg in einem Treppenhaus zu üben, wenn dort die Flammen Menschen den Fluchtweg abgeschnitten haben.


Das Gebäude ist aber auch für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte wichtig?
Natürlich, endlich gibt es Räumlichkeiten für die Ehrenabteilung, die Jugendfeuerwehr und unsere Bambini, auf die wir so stolz sind. Endlich können wir dem Ehrenamt den Raum geben, den es verdient.


In Corona-Zeiten hat sich eine Menge geändert. Musste bei der Feuerwache nachgebessert werden?
Im Gegenteil: Wir haben mit den Planungsbüros sehr vorausschauend in die Zukunft geblickt. Baulich haben wir eine strikte Trennung zwischen dem Feuerwehr- und dem Rettungsbereich, so als hätten wir die Pandemie vorausgeahnt. Deshalb konnte die Rettungswache auch schon vor Weihnachten in das neue Gebäude umziehen. Die Rettungskräfte kommen notgedrungen mit Corona-Patienten zusammen. Durch die strikte Trennung der beiden Bereiche können wir die Ansteckungsgefahr für die Feuerwehrleute so gut wie ausschließen.


Wann wird dann die neue Feuerwache in Betrieb genommen?
Die Feuerwehrleute werden im Februar folgen. Es müssen nicht nur die Gebäude fertiggestellt sein, sondern auch die komplette Kommunikationstechnik muss fehlerfrei laufen. Das ist bei der Feuerwehr – das werden Sie sicher verstehen – gar nicht so einfach.


Das zweite große Finale von Bauarbeiten können wir dann im Freibad feiern? Wann wird es soweit sein?
Ich rechne im Verlauf der Sommerferien und hoffe natürlich, dass die Entwicklung der Corona-Pandemie es auch zulassen wird, das Strandbad zu eröffnen.


Sie sagen Strandbad. Das haben die Gevelsberger früher zu ihrer Badeanstalt im Stefansbachtal gesagt. Es ist schließlich das älteste Freibad Westdeutschlands. Es wurde 1914 eröffnet, ist also noch älter wie die Feuerwache in der Körnerstraße.
Das haben sie gut recherchiert. Damals stand das Vergnügen und nicht der Sport im Vordergrund. Man ging zum Beispiel zum Tanzen ins Strandbad, traf sich mit Freunden und hatte den ersten Flirt am Beckenrand. Und somit gehen wir auch ein Stück in der Geschichte zurück, obwohl wir eines der modernsten Bäder der Region haben werden. Die Wasserfläche wird – übrigens nach Abstimmung mit den Vereinen – reduziert. Dafür wird dem Urlaubsgefühl mehr Platz gelassen. Wir laden die Familien ein, den ganzen Tag in unserem Strandbad zu verbringen. Und es soll ein schöner Tag sein. Deshalb haben wir auch an einer Stelle auch noch einmal die Pläne geändert.


An welcher Stelle ist das?
Wir haben den Freibad-Kiosk nun so geplant, dass nicht nur die Besucher des Bades davon profitieren. Auch die Spaziergänger am Ochsenkamp können sich einen Kaffee, ein Eis oder eine Portion Pommes bestellen. Der Kiosk hat eine Gesamtgröße von 60 Quadratmeter. Genügend Raum für ein attraktives Angebot.


Sie sprechen einerseits von dem Urlaubstag daheim, den das Freibad bieten soll, andererseits von einem modernen Bad. Was verstehen sie darunter?
Ein Grund für die Modernisierung ist gewesen, dass wir ein barrierefreies Bad haben wollen. Und das betrifft auch den Bereich der Umkleidekabinen und der Toiletten. Das ist mir persönlich wichtig. Genauso wichtig ist aber auch, dass wir unser Umweltbewusstsein mit dem neuen Bad dokumentieren werden. Wir sparen eine Menge Energie gegenüber dem alten Bad ein und leisten uns die schonendste Technik.


Zwei große Baustellen werden vollendet, dafür aber neue eröffnet, die die Stadt weiter verändern werden. Welche das sind, darüber spricht Claus Jacobi im zweiten Teil des Ausblicks auf Gevelsberg im Jahr 2021.