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Rathaus-Blog: Ausbildungspakt - Die "13" ist eine Glückszahl für 24 Gevelsberger Schüler

Ausbildungspakt - Die „13“ ist eine Glückszahl für 24 Gevelsberger Schüler

Die „13“ ist für 24 Mädchen und Jungen, die zur Gevelsberger Hauptschule gehen, sicherlich keine Unglückszahl. Sie haben in diesem Jahr bei der 13. Runde des Ausbildungspaktes ihre Unterschrift unter einen Vertrag über ihr zukünftiges Leben gesetzt. Für gute Noten, anständiges Benehmen und soziales Engagement garantiert die Stadt Gevelsberg den Vertragsunterzeichnern einen Ausbildungsplatz.
Zum Beispiel bei der aufstrebenden Firma Denk Kunststoff Technik GmbH in Silschede. „Unsere Teile finden sich in Autos wieder, egal ob sie mit Benzin oder Strom angetrieben werden“, sagt Lars Denk. Er ist ein Unternehmer, der sich auf die Herausforderungen der Zukunft eingestellt hat. Nicht nur bei den Produkten, die hergestellt werden, sondern auch bei der Ausbildung, die Fachkräfte sichert. Benedetto Tuccio war der erste Absolvent der Hauptschule, den die Firma angestellt hat. Das war immerhin vor zehn Jahren in schweren Zeiten. Seitdem ist Denk mit seinen rund hundert Mitarbeitern einer der zuverlässigsten Wirtschafts-Partner beim Gevelsberger Ausbildungspakt.


„Vom Grundsatz her hat es uns nie gejuckt, welche Zeugnisse die Bewerber haben. Wer auf welche Schule gegangen ist, spielt im betrieblichen Alltag keine Rolle“, sagt Lars Denk und will nicht einsehen, dass ein Abiturient handwerklich begabter als ein Hauptschüler sein soll. Statt auf Aufnahmetests setzt er lieber auf das persönliche Gespräch, wenn ein Jugendlicher sich vorstellt.


Benedetto Tuccio erzählt über seine dreieinhalbjährige Ausbildung zum Verfahrenstechniker für Kunststoff und Kautschuk: „Das war kein Spaziergang. Ich habe aber gewusst, dass ich mich engagieren muss.“ Wenn man ihn fragt, ob er nach dem Berufsabschluss noch die Chance zu einer Karriere im Betrieb genutzt hat, winkt er bescheiden ab. Dabei kann der 27-Jährige durchaus stolz auf sich sein. Als Schichtführer ist er verantwortlich für zehn bis 15 Mitarbeiter, immerhin mehr als ein Zehntel der Gesamtbelegschaft.


Lars Denk weiß aber auch, dass sich die Zeiten geändert haben, seit Benedetto Tuccio in seinem Unternehmen trotz Weltwirtschaftskrise eine Chance bekommen hat: „Die wirtschaftliche Lage hat sich grundlegend verändert. Vor einem Jahrzehnt hatten es Hauptschüler noch wesentlich schwerer einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Heute, im Zeichen des Fachkräftemangels, werben die Unternehmen auch um diese Mädchen und Jungen.“


Gevelsbergs Bürgermeister Claus Jacobi glaubt aber nicht, dass sich mit der veränderten Lage auf dem Arbeitsmarkt, der Gevelsberger Ausbildungspakt überlebt hat. Im Gegenteil: „Der Ausbildungspakt bietet den Schülerinnen und Schülern Arbeitsplätze in unserer Region und gleichzeitig den Unternehmern ortskundige und gut ausgebildete Nachwuchskräfte. Und ganz nebenbei können wir gemeinsam die Abwanderung junger Menschen und eine drohende Überalterung unserer Stadt und Region verhindern.“ Die Stadt verstehe sich als Vermittler zwischen den hervorragend arbeitenden Schulen und den zukunftsorientierten Unternehmen in Gevelsberg, so der Bürgermeister.


Seinen Schulkollegen von damals bestätigt Benedetto Tuccio den Weg in den Beruf nicht auf die leichte Schulter genommen zu haben: „Allen war klar, was das bedeutet, welcher Schritt es für uns ins Leben war.“ Genauso wie den 24 Schülerinnen und Schülern der neunten Klassen der Gevelsberger Hauptschule, die in diesem Jahr den Ausbildungspakt im Ratssaal unterschrieben haben. Benedetto Tuccio hat seinen Weg nie bereut.