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Zusammen gegen Gewalt an Frauen!

Gevelsberg wirbt für eine solidarische Stadtgesellschaft

„Wenn wir als Bürgerinnen und Bürger zusammenhalten, Gewalt in Partnerschaften ächten und Betroffenen zur Seite stehen, dann ist schon viel gewonnen. Der beste Schutz ist eine Gesellschaft, die Tätern und Täterinnen klar vermittelt: dieses Verhalten ist nicht akzeptabel. Wenn Nachbarn, Freundinnen und Bekannte hinschauen, wenn sie Betroffenen ein Gespräch anbieten, die Telefonnummer der nächsten Beratungsstelle vermitteln, dann ist die Botschaft: Du bist nicht alleine! Gewalt geht uns alle an! Und es gibt Hilfen! Das stärkt Betroffene und die Stadt als solidarische Verantwortungs-gemeinschaft“ so Bürgermeister Claus Jacobi.

Es ist der 25.11. 2020, der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. „Unter normalen Bedingungen würden wir jetzt Straßenaktionen im gesamten Ennepe-Ruhr-Kreis durchführen. In Gevelsberg stünden wir zusammen beim Mondscheincafé, würden Gespräche anbieten und die Notrufnummern bei Gewalterfahrungen verteilen“, so Gleichstellungsbeauftragte Christel Hofschröer, Anwältin Ulrike Heidenreich-Nestler und Heike Tahden-Farhat vom Weissen Ring. Die drei Akteurinnen engagieren sich im kreisweiten Netzwerk „Runder Tisch EN gegen Häusliche Gewalt“ und nutzen jetzt die Homepage als Plattform. An ihrer Seite und das ist durchaus sinnbildlich gemeint: Bürgermeister Claus Jacobi.

Ihr wichtigstes Anliegen: „ Wir wollen Betroffenen Mut machen, mit dem Erlebten nicht alleine zu bleiben, sich jemanden anzuvertrauen und Hilfen in Anspruch zu nehmen. Wir wollen für solidarische Nachbarschaften werben und als Stadt Verantwortung übernehmen.“

Wichtig zu wissen: Es gibt Hilfen
Für alle Beteiligten gibt es gute Beratungs- und Unterstützungsangebote, sowohl im Netz als auch vor Ort in der Region: Für Menschen, die merken, dass etwas in ihrer Beziehung grundlegend schiefläuft; für jene, die unsicher sind, ob das, was sie erleben schon Gewalt ist; für Menschen die selber Gewalt ausüben, weil sie dieses Muster aus ihrer Kindheit kennen; für Kinder, die Gewalt (mit)erleben, aber auch für Angehörige, Nachbarn und alle, die gerne unterstützen würden, aber im konkreten Fall nicht wissen, wie sie das am besten machen.

Jede und jeder kann etwas tun – und gemeinsam sind wir stark
Was können wir als Stadt und Bürgerschaft tun, gerade unter den aktuellen Krisenbedingungen, wenn soziale Kontakte weg brechen und damit auch die Möglichkeiten, sich jemandem anzuvertrauen.

Nachbarn, aber auch jede und jeder von uns kann Verantwortung übernehmen, indem wir Gewalt verurteilen, über Hilfen Bescheid wissen und da, wo es geht Unterstützung anbieten. Aber: Bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr. Rufen Sie in akuten Gewaltsituationen die 110 an. Die Polizei ist verpflichtet, bei häuslicher Gewalt einzuschreiten. Scheuen Sie sich auch nicht, Kontakt zu den Beratungsstellen aufzunehmen. Ihre Anfragen werden vertraulich behandelt.

Farbe bekennen - Istanbulkonvention umsetzen jetzt!
Und die Stadt Gevelsberg? Sie übernimmt Verantwortung, indem sie sich gemeinsam mit vielen Fachstellen am Runden Tisch EN für ein sicheres Leben von Frauen und Kindern im EN-Kreis engagiert. 2021 wird dabei ein besonderes Jahr. Dann sind alle Städte und der Kreis aufgefordert, Farbe zu bekennen und die sogenannte Istanbulkonvention umzusetzten.

Das europäische Übereinkommen verpflichtet Bund, Länder und Kommunen zu weitreichenden Maßnahmen, um Gewalt gegen Frauen und Mädchen nachhaltig zu bekämpfen. Das Ziel: Den Schutz und die Sicherheit von Mädchen und Frauen noch umfassender und wirkungsvoller zu gestalten. Der Runde Tisch EN und wir als Stadt Gevelsberg sind dabei!