18. Gevelsberger Aktionswoche für Zivilcourage und Demokratie
Vom 8. bis zum 15. November findet in Gevelsberg die 18. Aktionswoche für Zivilcourage und Demokratie statt. Das Aktionsbündnis lädt alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, durch die Teilnahme an den vielfältigen Veranstaltungen ein gemeinsames Zeichen für Toleranz, Vielfalt und Demokratie zu setzen.
Die Aktionswoche ist seit ihrer Einführung im Jahr 2008 ein fester und unverzichtbarer Pfeiler im Engagement der Stadtgesellschaft gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus und jede Form von Gewalt. Unter dem Leitgedanken, dass Demokratie vom Hinsehen, Hinhören und Handeln lebt, erwartet die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Programm für alle Altersstufen.
Bereits im Vorfeld der Aktionswoche wird das Programm am Montag, den 2. November, um 19:00 Uhr im Bürgerzentrum der vhs mit dem Vortrag „10 Fakten für den verantwortungsvollen Umgang mit KI“ eröffnet. Karine Gromada zeigt im Rahmen der vhs-Reihe „Mensch. Arbeit. Bildung.“ praxisnah auf, wie Künstliche Intelligenz funktioniert und wie sie kritisch sowie verantwortungsvoll im Arbeitsleben und in der Gesellschaft genutzt werden kann.
Den Auftakt der eigentlichen Aktionswoche bildet am Sonntag, den 8. November, um 11:30 Uhr die zentrale Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Novemberpogrome 1938 auf dem Rathausvorplatz. Veranstaltet von der VVN-BdA Ennepe-Ruhr und der IG Metall Ennepe-Ruhr-Wupper, erinnert das Gedenken an die Opfer der Reichskristallnacht, den späteren Holocaust und das Leid jüdischer Gevelsberger Bürgerinnen und Bürger.
Am Montag, den 9. November, bietet die AWO EN von 9:30 bis 15:30 Uhr ein ganztägiges Argumentationstraining unter dem Titel „Haltung bewahren im Gegenwind. Sicher reagieren. Wirksam widersprechen“ an. Die Referentin Karin Kettling vermittelt darin praxiserprobte Strategien, um Stammtischparolen und diskriminierenden Äußerungen im Alltag und Beruf souverän entgegenzutreten.
Der Mittwoch, 11. November, hält gleich mehrere Veranstaltungen bereit. Um 18:30 Uhr spricht der Psychologische Psychotherapeut Dr. Heiner Sasse im Rathaus zum Thema „Rechtsradikalismus: Zwischen Faszination und brutaler Wirklichkeit“ und erörtert, warum Menschen rechtsradikale Parteien wählen und wie wichtig eine persönliche Demokratiefähigkeit in schwierigen Zeiten ist. Zeitgleich um 19:00 Uhr beleuchtet Prof. Dr. Bernhard Frevel in Kooperation mit der vhs Ennepe-Ruhr-Süd im Bürgerzentrum der vhs den „Bevölkerungsschutz in einer resilienten Demokratie“. Im Anschluss an seinen Vortrag findet eine Podiumsdiskussion mit Blick auf die aktuelle Situation statt.
Auch im Nachgang der Aktionswoche wird das Thema weitergeführt: Am Dienstag, den 17. November, liest die Strafrechtsanwältin Christina Clemm um 19:00 Uhr ebenfalls im Bürgerzentrum aus ihrem Buch „Akteneinsicht – Geschichten von Frauen und Gewalt“ und diskutiert im Anschluss mit den Anwesenden über strukturelle Gewalt gegen Frauen und Wege zur Selbstbestimmung.
In diesem Jahr liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Das städtische Jugendzentrum lädt am Mittwoch, den 11. November, um 17:30 Uhr Kinder von 6 bis 13 Jahren zur Kinderkonferenz „Held im Alltag sein“ ein, bei der sie lernen, wie man anderen hilft, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Am Donnerstag, den 12. November, folgt um 17:30 Uhr an gleicher Stelle die Jugendkonferenz „Haltung zeigen verändert etwas“ für Jugendliche ab 14 Jahren, die Raum für Austausch über Rassismus und Ausgrenzung im Alltag bietet. Zudem werden im Jugendzentrum während der gesamten Aktionswoche (täglich von 15:30 bis 20:00 Uhr) im Rahmen einer Fotoausstellung Arbeiten von Kindern und Jugendlichen gezeigt, die Alltags- und Zivilcourageszenen eigenständig erarbeitet und fotografisch umgesetzt haben.
Neben dem öffentlichen Rahmen bilden die Gevelsberger Schulen eine zentrale Säule der Aktionswoche. Schülerinnen und Schüler der Städtischen Realschule Gevelsberg setzen sich intensiv mit dem Thema Zivilcourage auseinander, gestalten ihre Gedanken bildlich auf Jutebeutel und stellen diese der Bevölkerung im Rathaus kostenlos zur Verfügung. An der Gemeinschaftshauptschule Gevelsberg findet vom 9. bis 13. November eine jahrgangsübergreifende Projektwoche unter dem Motto „Von A wie Ausgrenzung bis Z wie Zivilcourage“ statt. In Zusammenarbeit mit den AWO Respekt Coaches behandeln die Jahrgänge Themen wie Identität, Anti-Mobbing, jüdisches Leben, Anti-Rassismus sowie lokale Zeitgeschichte, die 10. Klasse entwickelt dazu mit professioneller Unterstützung einen eigenen Song. Die Schülerinnen und Schüler der Ferdinand-Hasenclever-Schule gestalten am 9. und 10. November zusammen mit dem Jugendzentrum eine Fahne für Zivilcourage und Demokratie.
Das Städtische Gymnasium Gevelsberg führt vom 9. bis 16. November das Aktionsprojekt „Ich sehe nicht weg“ durch, bei dem Statements für Zivilcourage erarbeitet, auf Bändern festgehalten und für eine spätere Ausstellung porträtiert werden. Ergänzend analysiert die 8. Jahrgangsstufe am 11. November den Spielfilm „Die Welle“, während die Jahrgangsstufe 10 am 12. November im direkten Austausch mit den „Kindern des Widerstands“ steht, um das Gedenken an den NS-Widerstand lebendig zu halten. Für die Oberstufe (Q2) findet am 13. November im Filmriss-Kino ein Kinoseminar des Instituts für Kino und Filmkultur zur nationalsozialistischen Filmpropaganda mit dem Medienpädagogen Michael Kleinschmidt statt.
Für Schulklassen ab 14 Jahren bietet der Antifaschistische Arbeitskreis zudem erneut die „Gevelsberger STATT-Rundfahrt“ durch das Stadtgebiet an.
Abgerundet wird das Angebot während der gesamten Woche durch die Stadtbücherei Gevelsberg, die einen umfassenden Büchertisch mit Sachliteratur, Belletristik, Medienboxen sowie Vorlesekoffern zu Themen wie „Demokratie“ und „Anne Frank“ für alle Altersstufen bereitstellt.
Das ausführliche Programm zur 18. Gevelsberger Aktionswoche steht digital zur Verfügung. Die gedruckte Version des Programmhefts wird in den nächsten Tagen im Rathaus sowie bei den beteiligten Bündnispartnern erhältlich sein.