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Integriertes Entwicklungs- und Handlungskonzept Gevelsberg 2030

Nach der Umgestaltung der Mittelstraße (2003 bis 2008) wie auch der Fertigstellung des Ennepebogens 2014 ist es nun an der Zeit, die Weichen für eine erfolgreiche Innenstadtgestaltung in den nächsten Jahrzehnten zu stellen. Damit wird das Zentrum Gevelsbergs insbesondere für die Herausforderungen, mit denen sich Klein- und Mittelstädte abseits der Ballungsräume verstärkt auseinandersetzen müssen, gewappnet.

Gemeinsam mit dem Büro ArchitekturStadtplanungStadtentwicklung Hamerla | Gruß-Rinck | Wegmann + Partner hat die Stadt Gevelsberg ein „Integriertes Entwicklungs- und Handlungskonzept Gevelsberg Zentrum 2030“ (IEHK) erarbeitet. Es stellt die Grundlage für die Weiterentwicklung des Gevelsberger Zentrums bis mindestens zum Jahr 2030 dar und ist die Voraussetzung für die Förderung mit Mitteln der Stadterneuerung vom Bund und vom Land Nordrhein-Westfalen. Die Erarbeitung dieses Konzeptes ist Mitte des Jahres 2017 gestartet und nach diversen Experten- und Perspektiven- und Konzeptworkshops wie auch Bürgerinformationsveranstaltungen konnte das Konzept entwickelt werden. Anfang des Jahres 2019 wurde das fertige IEHK 2019 vom Rat beschlossen. 

Auf Basis des IEHK konnten mit Bescheid vom 18.09.2019 3,1 Mio. € Fördermittel der Stadterneuerung vom Bund und vom Land Nordrhein-Westfalen für die Umgestaltung des Vendomer Platzes und den vertieften planerischen Einstieg in die Umsetzung der verschiedenen weiteren Maßnahmen des IEHK eingeworben werden. Mit dem Bescheid vom 18. September 2019 wurde insgesamt ein Volumen von ca. 35 Mio. € als grundsätzlich förderfähige Kosten zur Umsetzung der verschiedenen Maßnahmen wie 

  • Umbau Rupprechthaus
  • Umsetzung des Verkehrskonzeptes für die Innenstadt
  • Fassadenprogramm
  • Verfügungsfonds
  • Neugestaltung Fußgängerzone
  • Neugestaltung Stadtgarten
  • Neugestaltung Weststraßenparkplatz
  • Ergänzende Wegemaßnahmen zwischen Hauptbahnhof und Wasserstraße
  • Lebendiges Dorf – Entree zum Dorf
  • Grünewaldpark

anerkannt. 

Die verschiedenen Maßnahmen sollen in einem Zeitrahmen von fünf bis zehn Jahren nach und nach umgesetzt werden.





Entwurfsplanung Vendômer Platz

Durch den Umbau der Kaufland Immobilie gewinnt der Vendômer Platz an städtebaulicher Bedeutung. Derzeit verfügte der Platz nur über eine unzureichende Aufenthaltsqualität. Er wird seiner Funktion als zentraler innerstädtischer Platz nicht gerecht. Zudem ist der Vendômer Platz nur unzureichend in das innerstädtische Gesamtgefüge eingebunden. Auch die Anbindung des Rathauses wird aufgrund der stark trennenden Gestaltung der Rathausplatte der Funktion eines offenen, bürgerorientierten Dienstleistungsgebäudes nicht gerecht. Die aus dem IEHK entwickelte Planung zum Vendômer Platz schreibt diesem innerstädtischen Raum eine neue zentrale Verteilerfunktion zu, der über eine attraktive Gestaltung eine einfache Orientierung ermöglicht und gleichzeitig Raum für größere Veranstaltungen und unterschiedlichste Nutzeranforderungen bietet. 

Entwurfsplanung Vendômer Platz Stadt Gevelsberg
Entwurfsplanung Vendômer Platz
Stadt Gevelsberg


Von der Wittener Straße wird der Höhenunterschied zwischen Straße und Platzfläche über eine attraktiv gestaltete raumgreifende Freitreppe mit größeren Sitzstufen und einem integrierten Wasserspiel überwunden. Die Treppe weitet sich in Richtung Süden auf und wird durch drei größere Podeste unterbrochen, die in einer barrierefreien Rampe auslaufen. Der Platz wird durchgehend mit einem einheitlichen Pflaster versehen und in Richtung Rathaus erweitert, so dass die Platzfläche bis zum neuen umgestalteten Zugang des Rathauses reicht. Ein neues Beleuchtungskonzept der Rathausplatte und deutlich weniger Einbauten werden für einen aufgeräumten offenen Gesamteindruck sorgen. 

Erarbeitungsprozess

Die Erarbeitung des Konzeptes ist Mitte des Jahres 2017 gestartet und konnte nach mehreren Expertenworkshops sowie Beteiligungen mit lokalen Akteuren entwickelt werden. Nach einer Vorstellung des Ablaufs im Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung Anfang Juli 2017 und einer Abstimmung seiner Inhalte mit der Bezirksregierung Arnsberg, fanden im August und September 2017 fünf Gespräche zu unterschiedlichen Schwerpunktthemen mit ca. 100 Meinungsträgern und Meinungsträgerinnen aus Gevelsberg statt. Die Anregungen fanden Eingang in einen Perspektiven-Workshop, der Ende November 2017 durchgeführt wurde. Dabei wurden mit den Meinungsträgern Zielvorstellungen, Handlungsbedarfe und Perspektiven für das Gevelsberger Zentrum formuliert. 

Die Präsentationen der Stadt Gevelsberg sowie des Planungsbüros ASS zum Perspektivworkshop finden Sie hier: 



Bei der Bürgerbeteiligungs- und -informationsveranstaltung Ende Januar 2018 konnten die ersten Ergebnisse vorgestellt
werden: 



Im Konzept- und Maßnahmen-Workshop (Oktober 2018) wurden die aus den vorangegangenen Beteiligungen resultierenden Konzepte für (bauliche) Maßnahmen vorgestellt und diskutiert. Die abschließenden Erkenntnisse sowie Maßnahmen, welche Teil des Förderantrages zur Städtebauförderung sein werden, wurden allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern am 3.12.2018 in einer Bürgerveranstaltung im Ratssaal des Rathauses, Rathausplatz 1, vorgestellt und anschließend mit ihnen diskutiert.