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18.07.2018

Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes in Gevelsberg

Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes in Gevelsberg

Viele Anwohner von Bahnstrecken sind vor allem nachts lärmgeplagt. Rechtlich besteht aber an bestehenden Schienenstrecken kein Anspruch auf Lärmschutz durch den Verursacher. Daher hat die Bundesregierung ein freiwilliges Förderprogramm aufgelegt, mit welchem Schallschutzmaßnahmen an bestehenden Schienenwegen finanziert werden. Auch Gevelsberg wird in den nächsten Jahren in den Genuss einer solchen Förderung kommen. 

Dies nahmen Deutsche Bahn und Stadt Gevelsberg zum Anlass am 04. Juli 2018 betroffene Bürgerinnen und Bürger zum Thema „Lärmsanierung an Schienen-strecken in Gevelsberg“ zu informieren.

Während der Veranstaltung präsentierten die Ingenieure der DB Netz AG die Ergebnisse des schalltechnischen Gutachtens zum Schienenlärm und erläuterten den weiteren Planungs- und Bauablauf für die vorgesehenen Schallschutzmaß-nahmen an den beiden bundeseigenen Schienenstrecken (ICE- und S-Bahn-Strecke). 

Ergebnis: Voraussichtlich ab dem Jahr 2020 werden Maßnahmen des aktiven und passiven Schallschutzes durchgeführt. Dies beinhaltet die Errichtung von Lärmschutzwänden als aktiven Lärmschutz sowie den Einbau schalldämmender Bauteile wie Lärmschutzfenster oder spezielle Lüfter in Wohngebäude als passiven Lärmschutz

Unter welchen Umständen die Errichtung von Lärmschutzwänden sowie der Einbau von schalldämmenden Bauteilen gefördert werden, regelt eine Richtlinie.

Danach müssen folgende Zuwendungsvoraussetzungen gegeben sein:

 

  • Der Beurteilungspegel (nächtlicher Immissionsgrenzwert) für die Lärm-sanierung muss an der Außenfassade der Wohnbebauung überschritten sein.
  • Die bauliche Anlage wurde vor Inkrafttreten des Bundesimmissionsschutz-gesetzes am 01.04.1974 errichtet
  • oder der Bebauungsplan, in dessen Geltungsbereich die bauliche Anlage errichtet wurde, erlangte vor dem 1.4.1974 Rechtsverbindlichkeit.
  • Schutzbedürftig sind Räume, die nicht nur zum vorübergehenden Aufenthalt von Menschen bestimmt sind – wie zum Beispiel Schlafzimmer, Kinderzimmer, Gästezimmer, Wohnzimmer etc.-
    Als Richtwert gilt der Nachtimmissionsgrenzwert.

Die Planung sieht aktuell für Gevelsberg vor, dass Lärmschutzwände mit einer Höhe zwischen 2 und 3 Metern (gemessen von der Schienenoberkante) mit einer Gesamtlänge von ca. 5 Kilometern Länge errichtet werden.

Sie bestehen aus Aluminiumelementen, die auf der Gleisseite eine schallabsor-bierende gelochte Struktur besitzen.

Der Bau erfolgt von der Gleisseite aus, so dass es erforderlich sein wird, in der verkehrsarmen Nachtzeit zumindest ein Gleis zu sperren und die Züge umzuleiten. 

Das Umsetzungskonzept sieht folgende Arbeitsschritte vor:

 

  1. Planung und Bau der aktiven Maßnahmen (Lärmschutzwände) im Ergebnis der Auswertung des Schalltechnischen Gutachtens
  2. Umsetzung der passiven Maßnahmen an den förderfähigen Wohngebäuden anhand der im Gutachten dargestellten Immissionsgrenzwertüberschreitungen

 

Weitere Informationen zur genauen Lage der Lärmschutzwände sind in der folgenden Präsentation zur Lärmsanierung zu finden

Darüber hinaus stehen die Mitarbeiter des Fachbereiches 3 – Stadtentwicklung und Umwelt – für Rückfragen gern zur Verfügung. 

 

Programm „Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes“  

Auf dem 34.000 Kilometer langen Streckennetz der Bahn sind 3.700 Kilometer besonders durch Schienenlärm belastet. Ortsfeste Maßnahmen an der Strecke verbessern die Lärmsituation.

Seit 1999 wird die „Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes“ von der Bundesregierung gefördert. Damit wurde die finanzielle Möglichkeit geschaffen, Schallschutzmaßnahmen auch entlang vorhandener Schienenwege umzusetzen. Seit dem Start des Programms haben Bund und Bahn über 1,2 Milliarden Euro in die Lärmsanierung von knapp 1.600 Kilometer Schienenstecke und 56.750 Wohneinheiten investiert. Etwa 650 Kilometer Schallschutzwände wurden errichtet. Auch in diesem Jahr werden weitere 100 Kilometer Strecke Schallschutz erhalten.

Weitere Informationen zum Thema Lärmschutz sind im Internet abrufbar unter:

www.deutschebahn.com/laermschutz