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Teckel

Auch 2012 wieder regelmäßige Teckelfahrten durch Gevelsberg.

„Teckel-Verkehr“ auf der Talbahn

TeckelAuch im Jahr 2012 finden wieder regelmäßige Fahrten auf der legendären „Teckel-Strecke“ zwischen Herdecke, über Hagen und Gevelsberg nach Ennepetal statt. Jeweils am ersten Sonntag in den Monaten April bis Oktober pendelt der Schienenbus mehrmals täglich. Die Haltestellen Gevelsberg-Vogelsang und Gevelsberg-Nirgena bieten die Möglichkeit, im Stadtgebiet zuzusteigen. Wer neben dem Schienenbus, der auf dieser Strecke verkehrt, noch mit dem Dampfzug fahren möchte, kann den Anschluss von Hagen nach Bochum-Dahlhausen nutzen.

Der erste Probelauf fand am 15.10.2006 statt. Hunderte Gevelsberger Bürgerinnen und Bürger säumten die alten/neuen Haltestellen und ließen es sich nicht nehmen, mit ihrem „Teckel“ noch einmal auf die Reise zu gehen. Der vermehrte Wunsch der „Nostalgiker“ nach regelmäßigen Fahrtagen wurde durch die Kooperation mit der RuhrtalBahn GmbH möglich gemacht. Seit 2007 gibt es diese regelmäßigen Fahrten auf der Strecke.


Zur RuhrtalBahn:

Seit Beginn des Jahres 2005 fährt die RuhrtalBahn nostalgischen Linienverkehr im Ruhrtal. Als zentraler Bestandteil des öffentlichen Verkehrs und als, im wahrsten Sinne des Wortes, „Vermarktungslokomotive“ für die touristischen Aktivitäten im Ruhrtal.

Der Eisenbahnbetrieb der RuhrtalBahn ist nur möglich, weil die Städte Hagen und Bochum sowie der Ennepe-Ruhr-Kreis eine Förderung des Eisenbahnbetriebs zugesagt haben.

Der Regionalverband Ruhr mit seinem Infrastrukturunternehmen TouristikEisenbahnRuhrgebiet hat die Strecke Hattingen – Wengern Ost erhalten und stellt die laufende Unterhaltung sicher.

Die Streckenerweiterung von Hagen nach Ennepetal ist den Städten Ennepetal, Hagen und Gevelsberg zu verdanken, die in Kooperation mit der RuhrtalBahn GmbH einen Förderbeitrag zum Betrieb der Talbahnstecke zugesichert haben.

Die Ennepetalbahn:

Die Eröffnung der 9,48 km langen Teilstrecke von Hagen bis Gevelsberg-Haufe erfolgte für den Güterverkehr am 12.5.1876 (Personenverkehr am 15.05.1876). Die so genannte “Ennepetalbahn” im Volksmund kurz “Teckel” genannt, konnte erst nach langwierigen Grundstücksverhandlungen bis zur Endstation Ennepetal-Altenvoerde komplett im Jahr 1882 in Betrieb genommen werden. Der Weiterbau Haufe–Altenvoerde verzögert sich erheblich, da einige Grundstückbesitzer zwischen Nirgena und dem Bahndamm „Kruiner Tunnel“ ihren Grund und Boden für den Bau der Talbahn nicht hergeben wollten. Nachdem die Gevelsberger Stadtverordneten im Jahr 1892 die Zustimmung zur Anlegung einer „Haltestelle am Marktplatz“ (Nirgena) signalisiert hatten, hielt hier der erste Zug am 26.10.1893.

Schon kurz nach Inbetriebnahme erwies sich die Talbahn als sehr lukrativ. Die günstige Verkehrslage in den Gemeinden Hagen, Haspe, Gevelsberg, Milspe und Altenvoerde ließ den Güterumschlag, sowie den Personenverkehr derart anschnellen, dass die Talbahn zur rentabelsten Strecke -pro Zugkilometer - der Königl. - Preußischen Eisenbahn wurde. Dieser Trend wurde leider in den 20er Jahren durch das immer stärker werdende Aufkommen der Automobile stark gebremst. Außerdem rutschte die Bilanz des Teckels (bedingt durch die Schließung vieler Betriebe wie Wittmann, Hoesch und die Hasper Hütte) in den 60er Jahren, tief in die roten Zahlen. Nicht zuletzt beschleunigte die aufkommende Straßenbahn den Untergang der kurzen Strecke. Die offizielle Stilllegung des Personenverkehrs auf der Talbahnstrecke erfolgte – von der Direktion Wuppertal verordnet – zum Fahrplanwechsel am 29.05.1967. Da die Bundesbahn-Hauptverwaltung noch zustimmen musste, fuhr täglich proforma noch bis zum 28.09.1968 ein Zugpaar von Hagen nach Altenvoerde und zurück.

Der Güterverkehr hält sich bis heute. Nach der Beseitigung der Hasper Hütte (stillgelegt 1972) konnte diese Strecke in Hagen-Westerbauer am 24.11.1984 an die Bergisch-Märkischen Eisenbahn (Strecke Wuppertal - Hagen) angebunden werden und die alte Trasse ab Martinstraße im Bereich Haspe/Kückelhausen für eine Umgehungsstraße verwendet werden. Neue Stadtfunktionen in Hagen-Haspe haben die Erinnerung an die Hütte samt Bahntrasse verdrängt, nur im Osten liegen in Höhe Tückingstraße/Preußerstraße noch Gleise bis zum ehem. Bahnhof Kückelhausen. Im Westen Richtung Gevelsberg liegen die Gleise jedoch noch und werden bis heute für Güterverkehr in Richtung Ennepetal genutzt. Dabei durchfährt der Zug werktäglich den kombinierten Schienen-/Straßentunnel (Kruiner Tunnel), überquerte zahlreiche Bahnübergänge und schlängelte sich im Tal der Ennepe so bis zum Endpunkt.

Dieser 80 m lange Kruiner Tunnel ist eine bauliche Besonderheit der Strecke. Als der Abschnitt Schwelm - Hagen der Strecke Wuppertal - Hamm gebaut wurde, schüttete die Bahngesellschaft BMW zwischen den Bahnhöfen Milspe und Gevelsberg einen Damm in einen Taleinschnitt. Für die Ennepe und eine Straße wurde ein Durchlass vorgesehen. Als später die Ennepetalbahn gebaut wurde, musste auch für die Bahn eine Kreuzungsmöglichkeit geschaffen werden. Dazu wurde der vorhandene Durchlass als kombinierter Schienen-/Straßentunnel ausgebaut, der neben einer Bundesstraße auch ein Gleis der Bahn aufnahm. Während anfangs die Strecke vom Straßenraum abgegrenzt durch den Tunnel führte, wurden die Schienen später mit Asphalt aufgefüllt und dem Kraftfahrzeugverkehr stand nun in den Zugpausen eine zweite Fahrbahn zur Verfügung. Wenn heute Zugfahrten stattfinden, wird der gesamte Tunnel für den Straßenverkehr gesperrt.

Weitere Informationen und Fahrplan unter www.ruhrtalbahn.de.